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Carlo Grante – “ein Klavier-Ritter ohne Furcht und Tadel”

Carlo Grante, derzeit auf Welttournee mit seinem Zyklus “Meister der Hochromantik”,  konzertiert auch im Zuge unseres Zyklus „Tea Time Concerts“ zusammen mit uns in Wien im Wiener Konzerthaus am 8. März 2015 und in Linz im großen Saal des Brucknerhauses am 22. März 2015. Hier wird er neben Werken von Johann S. Bach und Felix Mendelssohn mit dem Konzert für Klavier und Streichorchester von Ferruccio Busoni zu hören sein, dessen Leben wir ja schon in unserem vorangehenden Blog vorgestellt haben.

Carlo Grante präsentiert dem Wiener, Berliner und New Yorker Publikum eine Konzertserie mit je 3 Konzerten. Diese Serie ist ausschließlich der Hochromantik gewidmet, wobei an jedem der Konzertabende ein großer Klavierkomponist vorgestellt wird. Frederic Chopin (24.Oktober 2014) Robert Schumann (5.Dezember 2014) und Johannes Brahms (13.März 2015).

Carlo Grante kommentiert: die vorgestellten Komponisten in “Meister der Hochromantik”  sind “Giganten” der  romantischen Klaviermusik, der Mittelpunkt der Romantik in ihrer höchsten Entwicklungsform und Expressivität.

Jedes der Konzerte ist einem Komponisten gewidmet: die erzählende, tänzerische und träumende Klangwelt von Chopin. Schumann´s kreative Ausdehnung der Sonatenform in eine Welt von heroischen Proportionen. Und zu guter letzt der phantastische Ideenreichtum von Brahms seine Klaviervariationen so zu verpacken, dass die alte Form der Variation wiederbelebt wird, kombiniert mit dem instrumentalen Klaviergenius eines Brahms.

Carlo Grante zählt zu den führenden italienischen Konzertpianisten und zu den Künstlern mit den meisten CD-Einspielungen. Das von ihm aufgenommene Repertoire umfasst sowohl bekannte als auch unbekannte Klavierwerke. Derzeit nimmt er die kompletten Werke von Godowsky auf, einschließlich der Transkriptionen von Bach, Schubert, Chopin, Weber, etc.,  eine komplette Studie der Chopin Etüden, der Passacaglia. Außerdem hat er Sonaten von Platti und Clementi, Opernfantasien von Liszt, Busoni und Sorabji, Kammermusik für Bläser und Klavier, die drei Schumann Sonaten, die Preludes op.32 von Rachmaninow und die Corelli Variationen, eine Live-Aufnahme eines Rezitals in New York mit Liszt Sonaten und „Mazeppa“ wie auch Werken von Busoni eingespielt.

Er ist ein begeisterter Anhänger von Busoni, einem Komponisten, der in seiner Diskographie besonders hervorsticht: das Konzert für Klavier und Streicher, das Konzertstück und die Indianische Fantasie für Klavier und Orchester, zahlreiche Werke für Solo Klavier, wie z.B. die Fantasia Contrappuntistica, Fantasia nach Bach, Toccata, Berceuse, Prélude et Etude en Arpéges, Perpetuum Mobile, Bach-Busoni Chaconne.

Ebenso erst kürzlich aufgenommen hat Carlo Grante die zwei  Klavierkonzerte für die linke Hand von F. Schmidt mit dem MDR Sinfonieorchester unter Fabio Luisi und Mozarts Klavierkonzerte K365, K449, K488 mit dem Orchestra dell´Accademia die Santa Cecilia unter Bernhard Sieberer in Rom. Im September 2008 hat Grante die kompletten Werke von Scarlatti und Clementi auf über 50 CDs unter der Schirmherrschaft von Bösendorfer sowie Paul und Eva Badura-Skoda, welche Instrumente und Aufnahme-Einrichtung zur Verfügung gestellt haben, aufgenommen. Mit diesem Großprojekt soll in großem Maße die Tastenliteratur italienischer Komponisten im 18. Jahrhundert abgedeckt werden, der sich Grante ganz besonders widmet.   Unter zahlreichen Neuaufnahmen erscheint demnächst ein Live – Mitschnitt von Busoni´s Klavierkonzert mit den Wiener Symphonikern unter Fabio Luisi.

Von den zahlreichen Kompositionen, die ihm persönlich gewidmet wurden, hat er Michael Finissys „Bachsche Nachdichtungen“, Paolo Troncons „Preludi e Fughe“, George Flynns „Glimpses…“, Roman Vlads „Opus Triplex“,  ein monumentales Zwölftonwerk, das auf einem Bach Motiv aufbaut, auf CD veröffentlicht.

Carlo Grante ist bereits mit großem Erfolg in zahlreichen internationalen Konzertsälen aufgetreten, u. a. in New York, London, Rom, Mailand, Hong Kong, Singapur, Hanoi, Zagreb, Bukarest, Chicago, Rio de Janeiro, Lima und Leipzig. Er hat an vielen Musikfestivals in Wien, Istanbul, Ravello, Husum, dem Neuhaus Festival in Russland u.a. teilgenommen. Als Solist musiziert er mit Orchestern wie dem Royal Philharmonic Orchestra of London, der Staatskapelle Dresden, den Wiener Symphonikern, dem Orchestra dell’Accademia di S.Cecilia di Rome,  dem Pomeriggi Musicali di Milano, demChamber Orchestra of Europe, dem Zagreb Radio Orchestra,  dem MDR Sinfonieorchester,  der Cappella Istropolitana, um nur einige aufzuzählen.

Sein auffallend umfassendes Repertoire spiegelt sich auch in speziellen Projekten wieder, wie zum Beispiel  1997 in New York und 1998 in Rom wo er einen  Zyklus mit 6 Rezitalen „Documents of pianism“ aufführte, in dem er neben bekannten Werken auch unbekannte Kompositionen spielte. 
Die New  York Times schrieb darüber: “Carlo Grante’s recital systematically demonstrated technical ability, but it was a prowess that went beyond muscle and speed. Here was not just attractive colour but colour with a purpose. The voicing in Debussy’s chords explained their character and direction. The separation of timbres clarified textures. The difficult passages were made not to sound difficult at all.”

2001 trat er in einem 3-teiligen Konzertzyklus “Piano & Utopia” mit Kompositionen des 20. Jahrhunderts auf, von denen einige Carlo Grante persönlich gewidmet waren. Dazu die  Chicago Tribune: „Grante ist einer der wenigen Pianisten, die ein so überaus schwieriges Projekt  durchziehen können“. 1995 spielte er die Welturaufführung von allen Godowsky Studien über Chopins Etüden. Harold Schoenberg schrieb über ihn: „ das ist ein wahres, stilvolles und meisterhaftes Spiel, behändig und selbstsicher…… die Fingerarbeit ist makellos. Der Rhythmus ist flexibel. Und das Spiel hat Farbe und Fantasie. Die Londoner Zeitschrift Classical Piano, die Herrn Grante 1993 als „two of the main pianistic discoveries of the year” beschrieb, hat letztes Jahr ein Portrait mit ihm veröffentlicht „Grante´s übergenaue, durchdachte Virtuosität und Stilistik haben sich entfaltet……wie bei Horowitz. Grante ist ein Meister in der vielfältigen Entwicklung von legati, Schattierungen durch seine Finger und diskreten Pedalgebrauch. (Jed Distler, Gramophone, 2010).“

Carlo Grante, ein Klavier-Ritter ohne Furcht und Tadel aus Italien, hat sich in den letzten Jahren als Spezialist für solche Sonderaufgaben etabliert.” (W. Sinkovicz, Die Presse, Vienna, 2010)

Carlo Grante machte seinen Abschluss am Conservatorio di Santa Cecilia in Rom bei Sergio Perticaroli. Ebenfalls in Rom studierte er Komposition bei Claudio Perugini, machte seinen Master bei Ivan Davis an der University of Miami, und studierte danach bei Rudolf Firkusny an der Juilliard School in New York und mit Alice Kezeradze-Pogorelich.